Anidaso - Hoffnung für Straßenkinder in Ghana

"Eine gute Tat ist niemals verloren:

Wer Höflichkeit sät, erntet Freundschaft;

und wer Freundlichkeit planzt, gewinnt Liebe."

 

Bei einem Besuch in Ghana lernten die beiden Deutschen Pastor Horst Klabes aus dem Lippetal und Ulla Nippel aus Höxter Gabriel Cudjoe aus Accra und sein Kinderheim "The Guardian Home" kennen.

Gabriel hat oft auf der Straße Kinder angesprochen und nach ihren Eltern gefragt, nach ihren Lebensumständen oder ob sie zur Schule gehen. Viele Kinder in Accra leben auf der Straße.
Einige kommen aus dem Norden und hatten gehofft, in der Hauptstadt ein besseres Leben zu finden und die meisten sind Waisenkinder, die ihre Eltern durch Krankheit oder Verkehrsunfälle verloren haben.
      Gabriel und seine Frau Caroline

Manche dieser Kinder lebten dann erst einmal bei Verwandten, aber die Menschen dort sind sehr arm. So reicht für ein zusätzliches Kind das Geld oft nicht für Essen oder gar für die Schule und so sind eben viele auf der Straße gelandet. Gabriel hat dann irgendwann angefangen, in Absprache mit dem örtlichen Sozialamt, diese Kinder mit nach Hause zu nehmen, wo sie zumindest ein Dach über dem Kopf, täglich etwas zu essen bekommen und die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen. Außerdem gibt es nun für sie einen Ort, wohin sie gehören, wo sie sich wohlfühlen, wo sie angenommen und geliebt sind.

Bereits seine Mutter Dorcas hat sich schon immer um fremde Kinder gekümmert und sie hat die Liebe zu Kindern in ihm grundgelegt. Wenn Gabriel unterwegs ist, kümmert sie sich um die Kinder, die zwischen acht und achtzehn Jahren alt sind. Sie ist immer für die Kinder im Einsatz, von morgens früh, wenn es noch dunkel ist bis in den späten Abend hinein.

Gabriels Schwestern und seine Mutter verkaufen auf dem Markt Fisch, den sie täglich frisch kaufen und dann selbst räuchern. Auch seine Frau Caroline arbeitet bei einer Mineralwasser-Firma. Somit tragen alle ein wenig zum Lebensunterhalt bei, was jedoch bei weitem nicht für alle Kinder ausreicht.

Beeindruckt von dem Engagement des jungen Mannes und erschüttert von der Armut und den harten Lebensbedingungen war schnell klar, dass dieses Projekt unterstützt werden muss.

Zurück in Deutschland begannen Horst Klabes und Ulla Nippel von dem Projekt zu erzählen und mit der Hilfe von Familie und Freunden Spenden zu sammeln, um den Lebensunterhalt der Kinder und Jugendlichen zu sichern und um evtl. Gabriels Traum zu verwirklichen, ein neues Kinderheim zu bauen, denn das Leben in den drei Räumen, die er angemietet hat, ist sehr beengt. Sie reichen kaum zum Schlafen. Das übrige Leben spielt sich unter freiem Himmel ab. Dort wird auf offenem Feuer gekocht und gegessen und Hausaufgaben werden dort ebenso erledigt wie der Abwasch. Außerdem gibt es keinen Platz, um Kleidung oder Küchenuntensilien zu lagern.

Mutter Dorcas beim Kochen die Kinder beim Essen
und beim Abwasch
  

Dank Spenden aus Deutschland konnte inzwischen eine Wasserleitung installiert werden, musste bis dahin doch alles Wasser von einer Wasserstellen geholt werden. Trotzdem wird sehr häufig auch dieses Wasser abgestellt und auch die Stromversorgung fällt täglich für mehrere Stunden aus.

Mobile Solarlampen, die tagsüber in der Sonne aufgeladen werden, sind eine große Hilfe beim abendlichen Erledigen der Hausaufgaben sowie bei sämtlichen Hausarbeiten.
Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg der ständigen Unterstützung war die Gründung des Vereins Anidso Ghana e.V. im Oktober 2012 mit Pastor Klabes als 1. Vorsitzenden.

"Anidaso" ist das ghanaische Wort für Hoffnung.
Das Anliegen des Vereins Anidaso Ghana e.V. ist es, bedürftige Menschen in Ghana zu unterstützen, besonders aber ehemaligen Straßenkindern Liebe und Fürsorge zu schenken, damit sie mit mehr Hoffnung in ihre Zukunft blicken können. Die vorrangige Förderung gilt dabei dem "Guardian Home" in Accra.

Der Verein erreicht seine Ziele insbesondere durch eingehende Spenden, Sammlung von Hilfsgütern und deren Versand an die Not leidenden Menschen, sowie durch Werbung für Patenschaften für einzelne bedürftige Personen oder Projekte.

Wichtig ist den Verantwortlichen der persönliche Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen, und so führte Ulla Nippel und Pastor Klabes schon häufig der Weg nach Ghana, um die Entwicklung der Kinder und die Arbeit vor Ort zu erleben.

Bei ihrem letzten gemeinsamen Besuch in Ghana im Januar 2013 verlor Horst Klabes bei einem Autounfall sein Leben.
Trotz dieses unendlich schmerzhaften Verlustes ist es für die Vereinsmitglieder selbstverständlich, dieses Anliegen von Horst Klabes in seinem Sinne weiterzuführen.
Inzwischen wurde ein neuer Vereinsvorstand gewählt und die Arbeit geht in Ghana und auch hier in Deutschland weiter.
Ulla Nippel aus Höxter wurde zur ersten Vorsitzenden gewählt, Gabriele Kröner aus Hagen zur stellvertretenden Vorsitzenden und Schriftführerin, Rainer Bittger aus Brakel zum Kassenwart und Christina Möllenhoff aus Lippetal-Hultrop gehört zum erweiterten Vorstand.
Sie ist die Ansprechpartnerin für Lippetal.
Der Sitz des Vereins ist: An der Kirche 2 in 59510 Lippetal-Oestinghausen.

Dank der Hilfe und Spendenbereitschaft so vieler ist die monatliche Versorgung der Kinder gewährleistet, und wenn dann noch Geld übrig ist, wird dieses für den bereits begonnenen Neubau des Kinderheims verwendet, dessen Rohbau inzwischen fertiggestellt ist.
 

die Anfänge des

Neubaus 2011

Januar 2013

April 2014

Februar 2015


Im neuen Haus wird es genug Raum geben, um in Ruhe Hausaufgaben erledigen zu können
oder auch bei Regen im Trockenen zu kochen.
Ein Garten soll die Möglichkeit bieten, Obst für den eigenen Bedarf anzubauen sowie ein Ort
des Rückzugs sein, um sich zu erholen, zu lernen, zu spielen.
All diese Hilfe ist nur möglich dank der Unterstützung so vieler Menschen hier in Europa, die
die Ideen von Anidaso Ghana e.V. mittragen.
Die Kinder sind zutiefst dankbar, dass es so viele Menschen gibt, die an ihrem Leben
interessiert sind und sie finanziell unterstützen, denn das Kinderheim ist für sie zu einem wirklichen Zuhause geworden und nicht nur zu einer Institution. Hier haben sie Freundschaften geschlossen und leben wie eine große Familie zusammen. Jeder kümmert sich um jeden, alles wird geteilt und die Großen achten auf die Kleinen.

Natürlich gibt es auch immer wieder mal Probleme, vor allem bei den größeren Jungen, die zu lange auf der Straße gelebt haben und sich nicht an einen geregelten Tagesablauf gewöhnen können. So haben zwei Jungen das Haus wieder verlassen, obwohl ihnen bewusst ist, dass das Kinderheim, die Schule und eine Ausbildung die einzige Chance für eine bessere Zukunft ist.
Die kleineren Kinder entwickeln sich jedoch sehr gut. Zwei von ihnen sind im Sommer auf eine höhere Schule gewechselt. Der Älteste, Michael, hat die Schule abgeschlossen und hat mit einer Ausbildung begonnen.

Um für die Kinder des Kinderheims langfristig sorgen zu können, benötigen wir Ihre Unterstützung.

Die Spenden werden verwendet für:

            Unterkunft und Betreuung

            Trinkwasser

            Nahrung

            Kleidung

            schulische Ausbildung (Schulgeld, Schulkleidung, Schulmaterialien)

            medizinische Versorgung sowie Finanzierung von Krankenhausaufenthalten

 

Spendenkonto:

Anidaso Ghana e.V.

Bank für Kirche und Caritas e. G.

Konto-Nr.: 21 880 000

BLZ: 47260307

IBAN: DE18 4726 0307 0021 8800 00

BIC:   GENODEM1BKC

Spendenbescheinigungen werden zum Jahresende ausgestellt
Zur Ausstellung einer Spendenbescheinigung bitte Adresse auf dem Überweisungsträger angeben.

                                 

Der erste Kontakt nach Ghana überhaupt entstand durch eine Internet-Bekanntschaft zu Effah Yaw. Dieser junge Mann lebt im Westen des Landes in Sunyani und besuchte eine Schule, deren Computer von den Schülern genutzt werden konnten, und so begann der Kontakt zwischen Pastor Klabes und Effah.Effah lebt mit seiner Mutter, seinem Bruder und seiner Cousine zusammen. Sein Vater und sein älterer Bruder sind bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.
Sein Traum ist es, in Ghana Medizin zu studieren und Arzt zu werden. Horst Klabes hatte für Effah die Patenschaft übernommen, um ihn beim Erreichen dieses Berufszieles zu unterstützen.
Auch hier wollen wir als Verein helfen, dass sich Effahs Traum doch noch erfüllen kann.
So haben etliche Lippetaler eine Patenschaft für Effah übernommen, und diese regelmäßigen Spenden werden für sein Studium angelegt.
Im vergangenen Jahr leistete er einen freiwilligen Dienst, den alle jungen Ghanaer vor Beginn
eines Studiums in den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen ableisten müssen. Er wurde für
ein Gesundheitszentrum eingeteilt und konnte dort erste Einblicke in den Beruf des Arztes
gewinnen.
Leider ist es auch in Ghana nicht leicht, einen Studienplatz zu bekommen. Effah hat sich bei
allen Universitäten des Landes beworben und überbrückt die Zeit des Wartens nun mit
Praktika. Zuerst war er für einige Monate im Krankenhaus in Sunyani beschäftigt und im Moment
arbeitet er in einem Krankenhaus in Kumasi.
Auch Effah ist sehr dankbar für alle Hilfe, die er aus Deutschland erfährt und für alle Freundschaften, die sich entwickelt haben.                                                                           

Effah, seine Cousine Comfort und Mutter Cecilia  


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